Trauma & Krisenintervention

Posttraumatisches Wachstum und Akzeptanz

Traumatische Erfahrungen können auch zu persönlichem Wachstum führen. Erfahre mehr über posttraumatisches Wachstum, Akzeptanz- und Commitment-Therapie und professionelle Krisenintervention.

Posttraumatisches Wachstum (PTG)

Tedeschi und Calhoun prägten den Begriff Posttraumatisches Wachstum (PTG): Viele Menschen berichten nach schweren Krisen oder Traumata von tiefgreifenden positiven Veränderungen – in ihrer Weltsicht, ihren Beziehungen, ihrer Wertschätzung des Lebens oder ihrer spirituellen Tiefe. PTG bedeutet nicht das Fehlen von Schmerz, sondern das Zusammenbestehen von Leid und Wachstum. Es ist kein automatischer Prozess, sondern braucht Zeit und Unterstützung.

Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT)

ACT (Steven Hayes) ist ein verhaltenstherapeutischer Ansatz, der psychisches Leiden nicht durch Beseitigung negativer Gefühle, sondern durch Akzeptanz und Werteorientierung angeht. Statt Gedanken und Gefühle zu bekämpfen, lernen Klienten, sie zu beobachten und trotzdem wertorientiert zu handeln. ACT zeigt besonders gute Wirksamkeit bei chronischem Schmerz, Angststörungen und Burnout.

Krisenintervention: Erste Hilfe für die Seele

Krisenintervention bezeichnet sofortige, kurzfristige Unterstützung in akuten psychischen Ausnahmesituationen. Ziel ist nicht Therapie, sondern Stabilisierung: Sicherheit herstellen, Kontakt halten, Ressourcen aktivieren, nächste Schritte planen. Das Debriefing nach dem CISD-Modell (Critical Incident Stress Debriefing) und die Psychological First Aid sind wichtige Rahmen für professionelle Helfer.

EMDR und traumafokussierte Therapieverfahren

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) nach Francine Shapiro ist eine evidenzbasierte Methode zur Behandlung von PTBS: Durch bilaterale Stimulation (Augenbewegungen) werden traumatische Erinnerungen neu verarbeitet und ihre emotionale Intensität reduziert. Weitere traumafokussierte Verfahren umfassen die Traumafokussierte Kognitive Verhaltenstherapie (TF-KVT) und somatic experiencing.