Diversität & Inklusion
Behinderung, Migration, Kultursensibilität
Resilienz ist vielfältig. Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Hintergründen bringen eigene Stärken und Herausforderungen mit – kultursensible Ansätze anerkennen diese Vielfalt.
Resilienz und Migrationserfahrung
Menschen mit Migrationshintergrund zeigen oft bemerkenswerte Widerstandskraft: Sie bewältigen sprachliche Hürden, kulturelle Anpassungsprozesse und häufig sozioökonomische Benachteiligungen. Gleichzeitig sind sie besonderen Stressoren ausgesetzt, wie Diskriminierungserfahrungen und dem Verlust sozialer Netzwerke. Eine kultursensible Resilienzförderung berücksichtigt diese Doppelbelastung und stärkt kulturelle Identität als Ressource.
Behinderung und Resilienz
Menschen mit körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen entwickeln häufig außergewöhnliche Formen der Widerstandskraft. Resilienzforschung im Bereich Behinderung zeigt, dass soziale Inklusion, barrierefreier Zugang zu Ressourcen und die Anerkennung eigener Stärken entscheidend sind. Das Defizitmodell weicht einem stärkenorientierten Ansatz, der die besonderen Fähigkeiten und Strategien von Menschen mit Behinderung in den Vordergrund stellt.
Kultursensible Resilienzförderung
Resilienz ist kulturell geprägt: Was in einer Kultur als Stärke gilt, kann in einer anderen als Schwäche wahrgenommen werden. Kollektivistische Gesellschaften betonen Gemeinschaft und Solidarität, individualistische Gesellschaften Selbstständigkeit und Autonomie. Kultursensible Ansätze hinterfragen westlich geprägte Resilienzkonzepte und integrieren vielfältige Weltbilder, Glaubenssysteme und Bewältigungsstrategien.
Intersektionalität und multiple Belastungen
Kimberlé Crenshaw prägte den Begriff Intersektionalität: Soziale Kategorien wie Geschlecht, Herkunft, Klasse und Behinderung wirken nicht isoliert, sondern überschneiden und verstärken sich. Eine Frau mit Migrationshintergrund und Behinderung erlebt spezifische Formen von Benachteiligung, die sich nicht auf einzelne Faktoren reduzieren lassen. Intersektionale Resilienzförderung erkennt diese Komplexität an.